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Autor: Marion Krummholz

Was ist agiles Arbeiten und wie profitieren Unternehmen davon?

„Die Zeit vergeht nicht schneller als früher, aber wir laufen eiliger an ihr vorbei.“ – George Orwell

Kennst Du das Gefühl? Gestern noch warst Du technisch auf dem neuesten Stand. Dein Motorola Razr war der letzte Schrei. Jeder hat Dich für das Design des Klapphandys und Deine Mobilität beneidet. Mit einer DSL-Leitung zuhause warst du weltweit vernetzt und am Puls der Zeit. Zwar nur in einem schneckengleichen Tempo, mit dem Dich der Internet Explorer eben arbeiten lassen hat, aber immerhin warst Du vernetzt. Das World Wide Web lag Dir zu Füßen. Heute würde man dafür wohl nur ein müdes Lächeln ernten. Vielleicht nicht mal mehr das… Aber was ist passiert?

Technologischer Fortschritt. Der ist passiert. Und er passiert kontinuierlich weiter. Das Karussell der Innovations- und Produktzyklen dreht sich immer schneller und die Zeiten ändern sich. Und damit unsere Technologie. Und damit unsere Gedanken. Und damit unsere Arbeit. Und damit unsere Arbeitsweise. Um vom Wettbewerb nicht überholt und vom Markt gedrängt zu werden, müssen Unternehmen handeln.

Agiles Arbeiten ist ein Stichwort, das in diesem Zusammenhang häufig fällt. „Agil sein. Ja das heißt eben nicht behäbig, träge oder unbeweglich zu sein – sondern leichtfüßig, flexibel und dynamisch!“ Aussagen wie diese hört man dann des Öfteren. Für einzelne Personen kann man sich das vermutlich noch erklären, aber was heißt das denn jetzt im Zusammenhang mit Unternehmen oder meiner Arbeit? Was ist agiles Arbeiten?

Was bedeutet agil sein?

Agilität liegt das lateinische Wort agilis zugrunde, welches wiederum vom lateinischen agere – handeln stammt und beweglich bedeutet. In der modernen Arbeitswelt trat es erstmals um die Jahrtausendwende in Erscheinung. Damals, genau wie heute, veränderte sich die Arbeitswelt rasend schnell. Softwareentwickler überlegten sich Möglichkeiten, wie sie den Anschluss beibehalten konnten. Ihre bisherigen Prozesse sorgten dafür, dass ihre Software bei Fertigstellung und Veröffentlichung schon veraltet war.

Eine Definition von agilem Arbeiten? Vorausschauende Antizipation – klingt zwar hochgestochen, trifft agile Arbeit aber äußerst gut und ist unser Ansatz einer Erklärung. Den Blick nach vorne richtend gilt es, sich nicht nur den momentanen Bedingungen anpassen zu können, sondern am besten schon den nächsten, den übernächsten und den darauffolgenden Entwicklungsschritt im Auge zu haben.

In seinem Kern beschreibt agiles Arbeiten also, sich den rasanten Veränderungen von Gesellschaft und Arbeitswelt anpassen zu können. Aber anders als man jetzt denken mag, bedeutet agiles Arbeiten nicht einfach nur „ein wenig flexibler zu sein“ oder „seine Arbeit einfach ein wenig schneller zu erledigen.“ Wie agiles Arbeiten im Unternehmen funktionieren kann und was dafür notwendig ist, erklären wir in den folgenden Abschnitten.

Agiles Arbeiten ist gute Kommunikation

Agiles Arbeiten kann nur mit einer Verbesserung der Kommunikation funktionieren. Sie ist die Grundlage für ein erfolgreiches und zukunftsfähiges Unternehmen. Mitarbeiter werden dazu motiviert, mehr miteinander zu kommunizieren und einander zuzuhören. Das fördert die Zusammenarbeit und den Zusammenhalt im Team. So kann eine effiziente Kommunikation stattfinden – sowohl intern im Unternehmen als auch extern mit Kunden.

Agiles Arbeiten ist Flexibilität

Es reicht nicht mehr nur technisch auf dem neuesten Stand zu sein. Flexibilität ist das Zauberwort. Stell Dir Dein Unternehmen vor wie diese 3D-Nagelbilder. Anfang der 2000er waren die unfassbar hip und hauptsächlich in kitschigen Geschenkshops zu finden. Man drückt zum Beispiel seine Hand hinein, um dann auf der anderen Seite den 3D-Abdruck dieser zu erkennen. Was wollen wir aber damit sagen? Sei anpassungsfähig wie ein Nagelbild! Ganz gleich, was in der Zukunft auf Dein Unternehmen zukommen mag – es muss sich anpassen können. Zieh ein paar deine Nägel zurück, schiebe andere dafür vor. So passt sich dein Unternehmen dem technologischen und gesellschaftlichen Fortschritt sowie dem steigenden Wettbewerbsdruck an.

Agiles Arbeiten ist das Durchbrechen von Strukturen

Eine gut funktionierende Kommunikation und flexible Anpassungsfähigkeit erlauben das Durchbrechen von festgefahrenen Prozessen und hierarchischen Strukturen. Bürokratische Hürden werden, wo möglich, begraben.

Inkrementelle Verfahren ersetzen lineare Projektabläufe. Das heißt, man nähert sich schrittweise der Lösung an und das Produkt wird im Laufe der Entwicklung kontinuierlich verbessert. Dabei gehen einzelne Schritte fließend ineinander über und finden teilweise parallel statt. Zwischenergebnisse liefern wichtige Einblicke und bieten die regelmäßige Möglichkeit, Fehler zu beheben. Diese wiederholten Prüfungen und Analysen von Zwischenergebnissen, sind ein elementarer Bestandteil agilen Arbeitens.

Lineare Projekte laufen oft wie ein Wasserfall ab. Einzelne Schritte bauen aufeinander auf, finden aber in den meisten Fällen erst statt, wenn der vorherige abgeschlossen ist. So häufen sich Fehler und können nicht im selben Maß behoben werden, wie in einem inkrementellen Prozess.

Wenn Strukturen und Hierarchien erstmal zum Einstürzen gebracht wurden, können sich Kreativität und Innovation richtig ausbreiten. Wer schöpferisch und geistreich arbeiten soll, braucht Platz. Platz, um sich ideenreich austoben zu können. Platz, um sich und Produkte zu testen, zu evaluieren und stetig zu verbessern. Platz, um Fehler zu machen und letzten Endes wie der Phönix aus der Asche aufzuerstehen – mit echten Innovationen. Innovationen, die es in sich haben. Innovationen, die keine 3. Kopie derselben Idee eines anderen Unternehmens sind. Das festgeschnürte Korsett veralteter Gefüge nimmt dafür viel zu oft die Luft und die Kreativität erstickt. Sprenge die Ketten, die Dich und Dein Unternehmen einengen!

Agiles Arbeiten im Unternehmen

Agilität stellt viele klassische Arbeitsweisen von Unternehmen auf den Kopf. Im Idealfall wird sie deshalb auch vom gesamten Unternehmen gelebt. Denn in wirklich agil organisierten Unternehmen, fällt die Verantwortung weg vom Management, hin zu den einzelnen Teams – sie übernehmen die Verantwortung für ihr eigenes Handeln. Dass, das die Motivation steigert, haben wir bereits in den Vorteilen agiler Arbeit erklärt.

Damit Agilität in einem Unternehmen aber funktionieren kann, braucht es Agile Werte, Agile Prinzipien, Agile Methoden und Agile Tools.

  • Agile Werte

    Die Basis jeder Agilität. Ein Unternehmen muss in die Agilität hineinwachsen. Und das kann seine Zeit dauern. So werden nach und nach Teams befähigt, agil Projekte umzusetzen.
  • Agile Prinzipien

    Agile Werte leben. Neben den agilen Werte gibt es die agilen Prizipien. Es geht in erster Linie um eine funktionierende Lösungsidee und ein Team, das harmonisch und selbstorganisiert zusammenarbeitet
  • Agile Tools

    Agile Tool sind schnell erlern- und anwendbar und unsterstützen das Arbeiten mit agilen Werten und Prinzipien. Beispiele agiler Tools sind Daily Stand-up Meetings, LDJs oder auch das Kanbanboard.
  • Agile Methoden

    Agile Methoden sind mit ein bisschen Übung gut umsetzbar und bedienen sich agiler Tools für bestimmte Abläufe und können so das ganze Potenzial agiler Werte und Prinzipien ausschöpfen.

Mit agiler Arbeit bereit für die Zukunft

Agil sein heißt flexibel sein. Beweglich sein. Anpassungsfähig sein. Auf Veränderungen vorbereitet sein. Auf diese Weise verpasst man keinen Trend, kann rechtzeitig antizipieren und ist schnell. Schnell in der Ideenfindung. Schnell in der Problemlösung. Schnell darin, Kundenwünsche zu erkennen. Agil sein heißt, bereit für die Zukunft sein.

Wie agiles Arbeiten funktioniert, wie es sich anfühlt und welche innovative Kraft es freisetzt, kann man wohl auch im längsten Blogbeitrag nicht beschreiben. Agile Arbeit kann man nicht erklären, man muss sie erleben!

Wie agil Dein Unternehmen schon ist, kannst Du in unserem kostenlosen Agilitätstest herausfinden. Egal wie agil Du und Dein Unternehmen schon sind, wir beraten und unterstützen Dich gerne auf Deinem Weg zum agilen Unternehmen!



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Was wollen meine Kunden wirklich?

Trotz ähnlicher Produkte von Giganten wie Apple oder Amazon verzeichnet Netflix 13-18% neue Abonnenten jährlich und hat sich so mittlerweile mehr als 150 Millionen Abonnenten aufgebaut.

Die Business Strategie von Netflix basiert schon früh auf Forschung und dem Verstehen des Kunden. Teams aus verschiedenen Abteilungen arbeiten zusammen und generieren schnell Prototypen, die getestet werden um nutzbare Lösungen zu bekommen.

Dazu sagt Gibson Biddle, früherer VP von Netflix: „Unsere Vision war es, dass die Produktmanager bei Netflix bemerkenswerte Einblicke in die Verbraucher entwickeln müssen, angetrieben von den Ergebnissen und dem Lernen aus Tausenden von Experimenten.“

Die Akte Netflix

Aber was macht Netflix dabei anders als die anderen Unternehmen? Sie haben das Unternehmen customer obsessed ausgerichtet. Das ist ein Kernaspekt des Design Thinkings.​

Wenn Unternehmen customer focussed arbeiten, liegt ihr Fokus auf den momentanen Wünschen und Erwartungen der Kunden, welche von den Unternehmen erfasst, analysiert und in den Produkten umgesetzt werden. Bei einer customer obsessed Arbeitsweise versuchen die Unternehmen zusätzlich vorherzusehen, was der Kunde in Zukunft braucht. Die Unternehmen bieten dann Lösungen für diese Bedürfnisse, statt Produkte.

Jetzt aber Klartext – Wie Netflix die Kunden glücklich macht

Eben diese Marktforschung zeigt 2011, dass die Zielgruppe provokativere Inhalte, als die in der Prime Time gezeigten Filme, wollen.
Die Antwort von Netflix: sie produzieren diese selbst. House of Cards legt 2013 den Grundstein des Erfolges der Eigenproduktionen.

Doch woher weiß Netflix, was ich in einem Jahr sehen möchte, und produziert genau das?

Nach dreijährigem Prototyping wird die Funktion „Weil Sie angeschaut haben…“ entwickelt. Diese hilft uns zu finden, was wir als nächstes ansehen möchten. Die Grundlagen dafür liefern unsere Daten.

Doch wie schafft es Netflix, mehr Daten aus uns herauszulocken um damit noch genauer unseren Geschmack zu treffen?

Die Lösung dieses Problems war die Überarbeitung des Ratingsystem. Das frühere Ratingsystem bestand aus Sternen. Auf anderen Webseiten (z.B. Amazon) steht die Sternebewertung für die durchschnittliche Bewertung. Die Nutzer haben angenommen, dass das bei Netflix auch so ist.

Was viele Nutzer dabei nicht wussten: Wenn mir ein Film mit 4 Sternen angezeigt wurde, heißt das nicht, dass dieser Film von anderen Nutzern im Durchschnitt mit 4 Sternen bewertet wurde. 4 Sterne bedeuteten, dass ich auf Basis meines bisherigen Streamingverhaltens diesen Film mit 4 Sternen bewerten würde.

Die Auswirkung: Die eigene Bewertung wird als weniger wichtig empfunden, sie ist nur eine von vielen. Ergo: Die Kunden haben den Inhalt nicht bewertet. Das hat die Vorschläge der Netflix-Algorithmen negativ beeinflusst (dazu später mehr).

Die Lösung: Ein neues Ratingsystem muss her

Nach verschiedenen Prototypen und Testings direkt an den Nutzern war klar: die Lösung ist die Einführung des binären Daumen hoch-Daumen runter – Feedbacks.

Während des Testens vor der Einführung 2017 zeigte sich, dass über 200 % mehr Ratings abgegeben wurden. Das wiederrum optimiert die Genauigkeit des Algorithmus.

Durch das optimierte Ratingsystem, die Marktforschung und damit auf Basis der Kundendaten weiß Netflix heute, bereits vor dem Launch einer Eigenproduktion, welche Kunden diese anschauen werden. Sie können Filme und Serien frei nach den Kundenbedürfnissen gestalten: Welche Filme brechen wir ab, welche Schauspieler schauen wir gerne an? Den passenden Nutzern wird die Produktion vorgeschlagen.

Netflix hat es geschafft, den Kunden zu verstehen

Wünsche über Serien oder Filme, das heißt Produkte, die der Nutzer selbst noch nicht weiß, kann Netflix optimiert auf den einzelnen Kunden bereitstellen. Wir klicken es an, da es uns persönlich anspricht – von dem Inhalt der Serie bis hin zu dem individualisierten Cover und Trailer.

Die Funktionalität von Design steht bei Netflix im Mittelpunkt des Unternehmens. Doch jetzt bei wachsender Konkurrenz, ist Marktforschung, kontinuierliche Ideengenerierung und die Erstellung von Prototypen wichtiger denn je, um diese Marktposition nicht zu verlieren.



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Ideen wirkungsvoll visualisieren

In unseren Workshops generieren Dein Team und Du in kurzer Zeit zahlreiche Ideen. Ein wesentlicher Teil unseres Design Thinking Workshops ist das Prototyping

Hier testet Ihr eine Auswahl Eurer Ideen. Diese könnt Ihr auf unterschiedlichste Art umsetzen. Es kann sich um eine Knetfigur, eine technische Zeichnung oder eine digitale Darstellung, beispielsweise als sogenanntes Mockup, handeln. Letzteres ist eine besonders anschauliche Möglichkeit um verschiedene Designs in der Anwendungsumgebung sichtbar zu machen. Wie würde mein Produkt mit einer anderen Bedruckung aussehen? Wie würde mein Plakat auf dem LED-Board am Pragsattel wirken? Wie wirken die Größenverhältnisse meiner Website auf einem Smartphone? Über Mockups kannst Du anschauliche Prototypen schnell in zahlreichen Varianten generieren. Diese Dummys kannst Du dann anhand von Umfragen, Klickzahlen und weiteren Tools testen.

Fake it till you make it

Wir alle möchten schnell Ergebnisse sehen: Noch vor Montage, Auslieferung, Produktion, sogar noch vor Fertigstellung eines Produkts können wir digital ein realistisches Bild dessen erstellen.

Mit sogenannten Mockups, kannst Du Deine Gestaltung und deren Wirkung im Raum vorab testen und anderen präsentieren. Das Besondere daran ist die Möglichkeit, das Design mit nur wenigen Klicks auszutauschen, sodass Du viele verschiedene Ideen ausprobieren kannst.

Dafür gibt es eine spezielle Ebene in den Mockup-Vorlagen, auf dem du dein persönliches Design als Bild einfügen kann. Automatisch wird es auf das Motiv des Mockups angepasst.

Passgenaue Vorlagen

Im Web sind zahlreiche, teils kostenlose solcher Mockups zu finden. Was aber, wenn Du nicht das findest, was Du benötigst, weil die Standardmaße nicht passen oder Du eine persönliche Note einbringen willst?

Ein Mockup selbst zu erstellen muss nicht aufwendig sein, Du kannst dafür sogar KI Tools nutzen.



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