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Schlagwort: Teambuilding

Was ist agiles Arbeiten und wie profitieren Unternehmen davon?

„Die Zeit vergeht nicht schneller als früher, aber wir laufen eiliger an ihr vorbei.“ – George Orwell

Kennst Du das Gefühl? Gestern noch warst Du technisch auf dem neuesten Stand. Dein Motorola Razr war der letzte Schrei. Jeder hat Dich für das Design des Klapphandys und Deine Mobilität beneidet. Mit einer DSL-Leitung zuhause warst du weltweit vernetzt und am Puls der Zeit. Zwar nur in einem schneckengleichen Tempo, mit dem Dich der Internet Explorer eben arbeiten lassen hat, aber immerhin warst Du vernetzt. Das World Wide Web lag Dir zu Füßen. Heute würde man dafür wohl nur ein müdes Lächeln ernten. Vielleicht nicht mal mehr das… Aber was ist passiert?

Technologischer Fortschritt. Der ist passiert. Und er passiert kontinuierlich weiter. Das Karussell der Innovations- und Produktzyklen dreht sich immer schneller und die Zeiten ändern sich. Und damit unsere Technologie. Und damit unsere Gedanken. Und damit unsere Arbeit. Und damit unsere Arbeitsweise. Um vom Wettbewerb nicht überholt und vom Markt gedrängt zu werden, müssen Unternehmen handeln.

Agiles Arbeiten ist ein Stichwort, das in diesem Zusammenhang häufig fällt. „Agil sein. Ja das heißt eben nicht behäbig, träge oder unbeweglich zu sein – sondern leichtfüßig, flexibel und dynamisch!“ Aussagen wie diese hört man dann des Öfteren. Für einzelne Personen kann man sich das vermutlich noch erklären, aber was heißt das denn jetzt im Zusammenhang mit Unternehmen oder meiner Arbeit? Was ist agiles Arbeiten?

Was bedeutet agil sein?

Agilität liegt das lateinische Wort agilis zugrunde, welches wiederum vom lateinischen agere – handeln stammt und beweglich bedeutet. In der modernen Arbeitswelt trat es erstmals um die Jahrtausendwende in Erscheinung. Damals, genau wie heute, veränderte sich die Arbeitswelt rasend schnell. Softwareentwickler überlegten sich Möglichkeiten, wie sie den Anschluss beibehalten konnten. Ihre bisherigen Prozesse sorgten dafür, dass ihre Software bei Fertigstellung und Veröffentlichung schon veraltet war.

Eine Definition von agilem Arbeiten? Vorausschauende Antizipation – klingt zwar hochgestochen, trifft agile Arbeit aber äußerst gut und ist unser Ansatz einer Erklärung. Den Blick nach vorne richtend gilt es, sich nicht nur den momentanen Bedingungen anpassen zu können, sondern am besten schon den nächsten, den übernächsten und den darauffolgenden Entwicklungsschritt im Auge zu haben.

In seinem Kern beschreibt agiles Arbeiten also, sich den rasanten Veränderungen von Gesellschaft und Arbeitswelt anpassen zu können. Aber anders als man jetzt denken mag, bedeutet agiles Arbeiten nicht einfach nur „ein wenig flexibler zu sein“ oder „seine Arbeit einfach ein wenig schneller zu erledigen.“ Wie agiles Arbeiten im Unternehmen funktionieren kann und was dafür notwendig ist, erklären wir in den folgenden Abschnitten.

Agiles Arbeiten ist gute Kommunikation

Agiles Arbeiten kann nur mit einer Verbesserung der Kommunikation funktionieren. Sie ist die Grundlage für ein erfolgreiches und zukunftsfähiges Unternehmen. Mitarbeiter werden dazu motiviert, mehr miteinander zu kommunizieren und einander zuzuhören. Das fördert die Zusammenarbeit und den Zusammenhalt im Team. So kann eine effiziente Kommunikation stattfinden – sowohl intern im Unternehmen als auch extern mit Kunden.

Agiles Arbeiten ist Flexibilität

Es reicht nicht mehr nur technisch auf dem neuesten Stand zu sein. Flexibilität ist das Zauberwort. Stell Dir Dein Unternehmen vor wie diese 3D-Nagelbilder. Anfang der 2000er waren die unfassbar hip und hauptsächlich in kitschigen Geschenkshops zu finden. Man drückt zum Beispiel seine Hand hinein, um dann auf der anderen Seite den 3D-Abdruck dieser zu erkennen. Was wollen wir aber damit sagen? Sei anpassungsfähig wie ein Nagelbild! Ganz gleich, was in der Zukunft auf Dein Unternehmen zukommen mag – es muss sich anpassen können. Zieh ein paar deine Nägel zurück, schiebe andere dafür vor. So passt sich dein Unternehmen dem technologischen und gesellschaftlichen Fortschritt sowie dem steigenden Wettbewerbsdruck an.

Agiles Arbeiten ist das Durchbrechen von Strukturen

Eine gut funktionierende Kommunikation und flexible Anpassungsfähigkeit erlauben das Durchbrechen von festgefahrenen Prozessen und hierarchischen Strukturen. Bürokratische Hürden werden, wo möglich, begraben.

Inkrementelle Verfahren ersetzen lineare Projektabläufe. Das heißt, man nähert sich schrittweise der Lösung an und das Produkt wird im Laufe der Entwicklung kontinuierlich verbessert. Dabei gehen einzelne Schritte fließend ineinander über und finden teilweise parallel statt. Zwischenergebnisse liefern wichtige Einblicke und bieten die regelmäßige Möglichkeit, Fehler zu beheben. Diese wiederholten Prüfungen und Analysen von Zwischenergebnissen, sind ein elementarer Bestandteil agilen Arbeitens.

Lineare Projekte laufen oft wie ein Wasserfall ab. Einzelne Schritte bauen aufeinander auf, finden aber in den meisten Fällen erst statt, wenn der vorherige abgeschlossen ist. So häufen sich Fehler und können nicht im selben Maß behoben werden, wie in einem inkrementellen Prozess.

Wenn Strukturen und Hierarchien erstmal zum Einstürzen gebracht wurden, können sich Kreativität und Innovation richtig ausbreiten. Wer schöpferisch und geistreich arbeiten soll, braucht Platz. Platz, um sich ideenreich austoben zu können. Platz, um sich und Produkte zu testen, zu evaluieren und stetig zu verbessern. Platz, um Fehler zu machen und letzten Endes wie der Phönix aus der Asche aufzuerstehen – mit echten Innovationen. Innovationen, die es in sich haben. Innovationen, die keine 3. Kopie derselben Idee eines anderen Unternehmens sind. Das festgeschnürte Korsett veralteter Gefüge nimmt dafür viel zu oft die Luft und die Kreativität erstickt. Sprenge die Ketten, die Dich und Dein Unternehmen einengen!

Agiles Arbeiten im Unternehmen

Agilität stellt viele klassische Arbeitsweisen von Unternehmen auf den Kopf. Im Idealfall wird sie deshalb auch vom gesamten Unternehmen gelebt. Denn in wirklich agil organisierten Unternehmen, fällt die Verantwortung weg vom Management, hin zu den einzelnen Teams – sie übernehmen die Verantwortung für ihr eigenes Handeln. Dass, das die Motivation steigert, haben wir bereits in den Vorteilen agiler Arbeit erklärt.

Damit Agilität in einem Unternehmen aber funktionieren kann, braucht es Agile Werte, Agile Prinzipien, Agile Methoden und Agile Tools.

  • Agile Werte

    Die Basis jeder Agilität. Ein Unternehmen muss in die Agilität hineinwachsen. Und das kann seine Zeit dauern. So werden nach und nach Teams befähigt, agil Projekte umzusetzen.
  • Agile Prinzipien

    Agile Werte leben. Neben den agilen Werte gibt es die agilen Prizipien. Es geht in erster Linie um eine funktionierende Lösungsidee und ein Team, das harmonisch und selbstorganisiert zusammenarbeitet
  • Agile Tools

    Agile Tool sind schnell erlern- und anwendbar und unsterstützen das Arbeiten mit agilen Werten und Prinzipien. Beispiele agiler Tools sind Daily Stand-up Meetings, LDJs oder auch das Kanbanboard.
  • Agile Methoden

    Agile Methoden sind mit ein bisschen Übung gut umsetzbar und bedienen sich agiler Tools für bestimmte Abläufe und können so das ganze Potenzial agiler Werte und Prinzipien ausschöpfen.

Mit agiler Arbeit bereit für die Zukunft

Agil sein heißt flexibel sein. Beweglich sein. Anpassungsfähig sein. Auf Veränderungen vorbereitet sein. Auf diese Weise verpasst man keinen Trend, kann rechtzeitig antizipieren und ist schnell. Schnell in der Ideenfindung. Schnell in der Problemlösung. Schnell darin, Kundenwünsche zu erkennen. Agil sein heißt, bereit für die Zukunft sein.

Wie agiles Arbeiten funktioniert, wie es sich anfühlt und welche innovative Kraft es freisetzt, kann man wohl auch im längsten Blogbeitrag nicht beschreiben. Agile Arbeit kann man nicht erklären, man muss sie erleben!

Wie agil Dein Unternehmen schon ist, kannst Du in unserem kostenlosen Agilitätstest herausfinden. Egal wie agil Du und Dein Unternehmen schon sind, wir beraten und unterstützen Dich gerne auf Deinem Weg zum agilen Unternehmen!



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Welcher Typ im Design Thinking bist Du?

Obwohl alle Menschen biologisch gleich sind, unterscheiden sich ihre Persönlichkeiten stark. Die Einteilung nach „Generalist“ und „Spezialist“ um einen Mitarbeiter zu beschreiben, ist heutzutage unzureichend. Die Buchstaben des Alphabets reichen dafür wahrscheinlich auch nicht aus.

Generalist

Ein Generalist legt seine Interessen nicht auf ein spezielles Aufgabengebiet fest. Er verfügt über breites Wissen und viele Kompetenzen. Sie sind flexibel einsetzbar, oft wird ihnen aber nachgesagt, ihr Wissen sei zur Erledigung bestimmter Aufgaben nicht tief genug.

Spezialist

Ein Spezialist hingegen verfügt über ein sehr detailliertes Fachwissen in einem Fachgebiet, oftmals auch einer Nische im Arbeitsmarkt. Dadurch haben sie ein Alleinstellungsmerkmal und einen hohen Marktwert. Sie lauern gleichzeitig aber auch der Gefahr der ausreichenden Nachfrage am Arbeitsmarkt.

Wir haben trotzdem einige gängige Definitionen von Charakteren zusammengefasst, die sich am Aussehen der Buchstaben des Alphabets orientieren.

  • T-Shaped Person
    Der vertikale Balken des Buchstabens „T“ steht für die Spezialisierung, die eine Person aus der eigenen Disziplin einbringt. Der horizontale Balken steht für Offenheit und Interesse gegenüber anderen Menschen, Aufgaben und der Umwelt. Personen dieses Typs weisen daher eine breite Erfahrung in verschiedenen Disziplinen vor. Die T-Shaped Person vereint also die Stärken eines Generalisten und eines Spezialisten. Zusätzlich zu seinen diversen Fähigkeiten ist er mindestens auf einem Gebiet Experte. Sie haben einen Schwerpunkt, können aber, sobald der Bedarf entsteht, flexibel Bedarfslücken füllen.
  • Comb-Shaped Person
    Diese Mitarbeiter haben Wissen über mehrere Fachgebiete hinweg, dargestellt wird das durch die Kammspitzen. Diese sind verbunden mit einer fundierten Basis. Dennoch sind die Spitzen nie so lang, wie die eines Spezialisten. Das heißt: das Wissen dieser Personen ist nie so tief, dass es mit einem Spezialisten vergleichbar wäre. Oft sind diese Personen trotzdem nützlicher als Spezialisten, wenn sie denn genug Tiefe auf den verschiedenen Gebieten besitzen. Sie denken und handeln bereichsübergreifend, eine wertvolle Eigenschaft in der zunehmend dynamischen, vernetzten und komplexen Welt.
  • M-Shaped Person
    Die vertikalen Balken des „M“ zeigen, dass die Person über mehrere Fachkenntnisse verfügt. Daher können diese Personen flexibler eingesetzt werden, als Personen, die auf ein Fachgebiet spezialisiert sind. Das klingt jetzt ähnlich der Definition von T-Shaped Mitarbeitern? Im Gegensatz zu den T-Shaped Mitarbeitern, die auch über mehrere Fachkenntnisse verfügen, haben M-Shaped Mitarbeiter eben noch größere Fähigkeiten auf den Fachgebieten. Daher gehören M-Shaped Mitarbeiter oft zu funktionsübergreifenden Hochleistungsteams.
  • E-Shaped Person
    Die Eigenschaften dieser Mitarbeiter sind vergleichbar mit den T-Shaped Mitarbeitern. Sie haben in wenigen Bereichen Fachkenntnisse, aber in mehreren Bereichen Erfahrung. Bei ihnen liegt jedoch ein besonderer Wert auf der „Execution“, zu deutsch „Ausführung“. Sie setzen ihre Ideen schnell in Realität um. Sie gehen Risiken ein, um diese umzusetzen und sind innovativ.
  • I-Shaped Person
    Diese Personen sind die eigentlichen Spezialisten. Sie sind fokussiert auf ihren Schwerpunkt und wissen wenig über andere Themengebiete. Deshalb werden sie durch ein „I“ dargestellt – es steht für ihr tiefes Wissen und ihre Erfahrung in einem Bereich. Diese Menschen können zwar auf ihrem Gebiet sehr erfolgreich sein, aber gerade im Design Thinking ist eine intensive, teamübergreifende Zusammenarbeit gefordert. Hier funktionieren andere Charaktere besser als I-Shaped Spezialisten.

Und welcher Typ bist Du?

Durch die verschiedenen Charaktere resultieren multidisziplinäre Teams. Personen mit verschiedenen Fähigkeiten lassen sich flexibler einsetzen. Die positiven Ergebnisse sind eine größere Interkonnektivität zwischen den Abteilungen bzw. multidisziplinäre Teams, eine offene und bessere Kommunikation, eine starke Zusammenarbeit und kreative Innovation.


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Mashmallow-Spaghetti Turm

Was diese Lebensmittel miteinander zu tun haben, mag auf dem ersten Blick vielleicht etwas abstrakt klingen: es geht um Teambuilding

Zunächst werden mehrere Gruppen gebildet.
Das Ziel ist einfach. Die Gruppe, die den höchsten Turm gebaut hat, gewinnt.
Das einzige Baumaterial: Spaghetti und Marshmallows. Ein wenig Schnur und Tape. Die Struktur muss so stabil sein, sodass sie nach Ablauf der Zeit das Marshmallow auf der Spitze hält. Und dafür haben die Gruppen 18 Minuten Zeit.

Viele verschiedene Gruppen haben diese Challenge bereits auf sich genommen – von Kindergartenkindern bis zu erfolgreichen Managern.

Was ist dabei aufgefallen?

Der durchschnittliche Turm von Kindergartenkindern liegt weitaus höher, als der von Erwachsenen. Von den Erwachsenen ausgenommen sind Architekten oder Ingenieure. Sie wissen zum Glück auch ohne Spaghetti, wie stabile Türme zu bauen sind.

Was ist der Unterschied zwischen den mehr als erfolgreichen Kindergartenkindern und den weniger erfolgreichen Erwachsenen? Er liegt in den unterschiedlichen Arbeitsansätzen.

Erwachsene brainstormen. Legen ihre Rollen in der Gruppe fest. Suchen analytisch die einzige richtige Antwort. Planen. Bauen den geplanten Turm. Setzen das Marshmallow auf.

Kindergartenkinder hingegen bauen Prototypen. Funktioniert einer nicht, wird der nächste gebaut. So lange, bis einer hält. Es wird nicht vorher darüber nachgedacht, welche Konstellation am stabilsten sein könnte. Hier sind eindeutig „Macher“ am Werk.
Damit sind sie offensichtlich erfolgreicher als Erwachsene.

Und noch etwas bemerkenswertes: Heterogene Teams, das heißt mit unterschiedlichen Berufen innerhalb dieses Teams, sind erfolgreicher als solche, in denen alle die gleichen Kompetenzen haben.


Und was können wir aus diesem Experiment ziehen?

Der Bau des Turmes entspringt der Methode des Design Thinking. Wie ihr wisst geht es dabei darum, neue kreative Lösungen, Produkte oder Services zu entwickeln. Marshmallows stehen in diesem Fall für jegliche Aufgaben, Ideen oder Wünsche, mit denen wir im Berufsalltag konfrontiert werden.

Bei der Lösung von Aufgaben oder Problemen helfen Prototypen sehr. Aus den Schwachstellen von Prototypen können wichtige Eindrücke über die Schwachstellen eines Produktes bzw. einer Idee gewonnen werden.

Probiert immer andere Arbeitsabläufe, versucht anders zu denken, lasst langwierige theoretische Planungen hinter euch und macht euch an die Praxis. In bestimmten Situationen ist Handeln besser als Planen.
Zieht dabei gemeinsam mit eurem Team an einem Strang. Packt Personen mit unterschiedlichen Hintergründen und Kompetenzen in ein Team. Probiert etwas Neues.



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